Ausstellung

Computer meets Photo and Graphics in 1984

Meine Bilder sind in der Zeit entstanden, als Computergrafik in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckte. Über meinen damaligen Professor für Fotografie, Gottfried Jäger (Begründer “Generative Fotografie”), hatte ich Gelegenheit, das Rechenzentrum der Universität Bielefeld mit seinem Plotter zu nutzen. Nach dem Erstellen von Strichzeichnungen auf Plotterpapier kam schon bald der Wunsch auf, diese Zeichnungen als Ausgangsbasis für das Zusammenfügen der Medien COMPUTER, FOTO und GRAFIK zu nutzen.

Die Bildserien wurden mittels verschiedener Techniken aus der Fotografie (Studioaufnahmen, Dunkelkammerarbeit) und der Grafik (Filmmaskierungen, Spritzpistole) mit Hilfe der Computerplots generiert und haben eins gemeinsam: sie sind zu einer Zeit entstanden, als das Programm Photoshop noch entwickelt wurde und professionelle Computergrafik mit 1 Millionen Mark teuren Rechner-Komplettsystemen aus den USA erstellt wurde.
Man kann sagen, dass die heutigen Filter von Photoshop die Umsetzung damaliger bekannter experimenteller handwerklicher Techniken sind, die auch in meinen Bildern zu sehen sind, z.B. die Solarisation.

Die Bilder können über den VERKAUF erworben werden.


- Ornamente:
Als Ausgangsbasis diente eine Plotterausgabe. Diese wurde in der Universität Bielefeld im Rechenzentrum mittels eines FORTRAN-Programmes erstellt. Nach der Definition eines Elementes mit seinen Koordinaten war es möglich, dieses beliebig oft zu transformieren (schieben, drehen, zoomen, spiegeln) und auf Papier mittels Filzstift auszugeben.
Mit einem Spezialfilm (Agfa-Contour) wurden einzelne Dichtebereiche aus dem Plot gewonnen und in der Dunkelkammer über additive Farbgebung in einem Montagerahmen zu einer Bildkomposition zusammengefügt.

- Alice im Computerland
Die Bilder dieser Serie sind FOTOS. Sie halten eine wahre Begebenheit zu einem bestimmten Zeitpunkt fest. Diese Fotos sind nicht retuschiert (in damaliger Zeit ein Beruf für Spezialisten…), sondern wurden im Studio als Szene aufgebaut.
Auch hier diente eine Computerzeichnung als Vorlage für das fertige Bild. Das mir damals zur Verfügung stehende Programm konnte schon 3D-Berechnungen vornehmen, allerdings war eine Berechnung der verdeckten Kanten nicht möglich. Das Computerbild wurde in zwei unterschiedlichen Maßstäben auf Plotterpapier ausgegeben und mit der Spritzpistole bearbeitet. Die erzeugten Hintergründe wurden so montiert, dass sie durch die Kamera betrachtet als ein Raum wahrgenommen wurden.

- Der letzte Überlebende
In der Regel wird bei dieser Serie ein heftiger Einsatz von Photoshop vermutet. Aber diese Bildserie ist ohne jegliche Bildmanipulation am Computer entstanden. Hier wurde auch der Agfa-Contourfilm zur Trennung von Dichtebereichen in einem Foto benutzt. Als durchgehender roter Faden haben die Fotos von der ersten Mondlandung gedient. Diese wurden über Filmmaskierungen im Montagerahmen mit den Dichteauszügen “normaler” Fotos zusammen montiert.
Die Serie wurde in Mai 1984 in der Zeitschrift “Photographie” veröffentlicht.

Ich möchte u.a. mit meinen Bildern darauf hinweisen, dass es vor den phantastischen Möglichkeiten der Bilderzeugung mit dem Computer eine Zeit gab, in der experimentierfreudige Künstler mit ihren Werken und Vorstellungen die Bedienungsmöglichkeiten eines Programms definiert haben.

Panorama Ausstellung Galerie “VIVA L’ARTE”, August 2012